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Von Irene Sandoval An einem Aprilnachmittag haben wir mit Mayela über ihre Erfahrungen in dem Nature and Community Project (neuerdings Stiftung) gesprochen, an dem sie bereits seit einigen Jahren aktiv beteiligt ist. Um ca. zwei Uhr am Nachmittag, nachdem sie in der Chiquita Banana Show aufgetreten ist, für 20 Besucher gekocht hat, ihren mütterlichen Pflichten als auch Haushaltsaufgaben nachgekommen ist und sie gerade dabei war ihre Rechnung für ihre alltägliche Arbeit auszustellen, hat sie sich für uns Zeit genommen und uns folgendes erzählt. Jeder bemerkt es, aber wahrscheinlich ist keiner so überrascht wie Mayela selbst, wenn sie sich im Spiegel betrachtet und die ganzen Talente und Fähigkeiten sieht, die nur auf eine Gelegenheit warten um aufzublühen. Mayela hat sich verändert, sehr sogar. „Leute sprechen mich darauf an, sie sind erstaunt, wenn sie mich etwas fragen und ich mit Richtigkeit beantworte. Früher war ich sehr schüchtern und ich kannte noch nicht einmal meine Nachbarn, aber jetzt bin ich aufgeschlossener in vielerlei Hinsicht und fürchte mich nicht davor mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, im Gegenteil, ich genieße es.“ So berichtet Mayela über die Veränderungen in ihrem Leben während der letzten fünf Jahre nach ihrer Ankunft in dem Nature and Community Project von Sarapiqui. Ein Ziel war unter anderem, dass das Projekt alle Nachbarn der Gemeinden rund um die Bananenfarm in Sarapiqui einlädt, damit sie sich in verschiedener Art und Weise am Projekt beteiligen können. So wurde vorgeschlagen sechs Kleinunternehmen zu gründen, in denen die Mitglieder die Möglichkeit haben spezielle Fähigkeiten je nach Vorlieben und Bedarf zu entwickeln. Im Fall von Mayela war ihre Liebe zum Tanz und Theater ausschlaggebend dafür, der Nogua Theater- und Tanzgruppe beizutreten, in der sie bereits seit fünf Jahren Mitglied ist. Die Gruppe bietet die Chiquita Banana Show zusammen mit typisch Costa-ricanischen Tanzaufführungen an. “Alles was ich heute weiß, habe ich in dieser Gruppe gelernt”, erklärt Mayela. Zu ihren neu erlernten Fähigkeiten gehören zum Beispiel das Schauspielen in der Theatergruppe, Marketing und Unternehmensführung, Kundenservice und der Gerbrauch von Computer und Internet um nur ein paar zu nennen. Die Nogua Gruppe hat für Mayela eine neue Welt geöffnet. Es ist eine Welt, die es ihr ermöglicht ihren Wissenshorizont im Bezug auf ihre Arbeit im Haushalt und als Mutter zu erweitern, während diese Aufgaben sie früher voll in Anspruch genommen haben, bevor sie der Gruppe beigetreten ist. Neben der Schauspielerei, dem Tanz und der Geschäftsführung der Nogua Gruppe bereitet Mayela das Essen vor, das die Gruppen beim Besuch des Projektes genießen. Hunderte Besucher aus verschiedenen Teilen der Welt waren von ihren Gerichten begeistert, die mit karibischem Flair versehenen und somit typisch für diese Region sind. “Ich habe schon immer zu Hause gekocht, aber eines Tages waren Besucher da und sie haben mich gefragt, ob ich das Mittagessen für einige Leute vorbereiten kann. Das war eine ziemliche Herausforderung für mich und ich musste neue Rezepte lernen, mir überlegen, wie ich die Essensplatten anordne und serviere und generell musste ich die Qualität des Essens konstant verbessern. Ich glaube die Leute müssen es genossen haben, denn ich habe diesen Job jetzt schon seit einigen Jahren und zusammen mit der Nogua Gruppe ist es mir möglich für das Wohlbefinden meiner Kinder zu sorgen. Ich bekomme immer Komplimente für den guten Geschmack meines Essens“, äußert Mayela. Mayela ist wie Tausende Frauen in Costa Rica alleinerziehend. Gegenwärtig sind ihre einzigen Einkommensquellen die Aktivitäten mit der Nogua Gruppe und ihre Rolle als Köchin. Mit dem verdienten Geld kann sie die Grundbedürfnisse ihrer Familie decken: die monatliche Miete, das Essen, die Schulbildung ihrer Söhne und andere. “Früher war ich von meinem Partner abhängig, aber heute kann ich behaupten, dass ich eine unabhängige Frau bin, glücklich in der Lage zu sein für mich und meine Familie zu sorgen. Bald werde ich sogar dank meiner Arbeit dazu fähig sein mir ein Haus zu leisten“, erklärt Mayela mit einem unvermeidlichen Lächeln das ihr Gesicht aufhellt. In diesen fünf Jahren im Nature and Community Project konnte Mayela auch das Benutzen von Computern und einigen Programmen wie Internet erlernen. “In der Gruppe und mit der Hilfe der Projektleiter haben wir Training und Anleitung bekommen um für unser kleines Unternehmen zu werben und mit Kunden zu verhandeln. Ich weiß jetzt wie ich Emails versende und das ist unentbehrlich um unser Unternehmen voranzubringen“. Es gibt ein Wort, das in ihrem Leben an Bedeutung zugenommen hat: Ziele. Jetzt gibt es viele Ziele die Mayela für ihr Leben hat. Sie gesteht, dass sie sich wünscht, die Nogua Gruppe würde in Zukunft noch mehr Erfolg haben und sie möchte alles was sie bisher erlernt hat mit den Jugendlichen der Gemeinde teilen. Zusätzlich möchte sie, sobald sie ihr neues Haus hat, eine größere Küche haben um weiter mit neuen Rezepten experimentieren zu können. “Für mich ist dieses Projekt das Beste in meinem Leben was hätte passieren können. Dank der Möglichkeiten die ich erhalten habe, war ich in der Lage Entscheidungen für mich und das Wohl meiner Kinder zu treffen. Heute habe ich das Selbstvertrauen und weiß, dass ich viele Dinge erreichen kann.“ Und so kommt unsere erfreuliche Unterhaltung mit einem aromatischem Kaffe und frischen gebackenem Bananenbrot, zubereitet von der in Sarapiqui wohnenden und unternehmenslustigen Mayela, zu einem Ende. Lebenslauf Name: Mayela Atencio Wohnsitz: Nachbarin der Guayacan Gemeinde Alter: 34 Jahre Familienstand: ledig Beruf: Geschäftsfrau eines Kleinunternehmens und Hausfrau |
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